Bewertungsverfahren
Ein Bewertungsverfahren beschreibt die Methode, mit der der Wert eines Vermögensgegenstands ermittelt wird, wenn kein verlässlicher aktueller Marktpreis verfügbar ist.
Das Bewertungsverfahren bestimmt, wie aus verfügbaren Daten ein Wert für einen Vermögensgegenstand abgeleitet wird. Welche Methode geeignet ist, hängt von Art, Markt und Datenlage des Investments ab.
Bei Immobilien werden häufig Ertrags- oder Vergleichswertverfahren verwendet. Unternehmensbeteiligungen können anhand erwarteter Zahlungsströme, Vergleichsunternehmen oder Transaktionsmultiplikatoren bewertet werden. Zielfonds liefern oftmals eigene Nettoinventarwerte, die der Dachfonds übernehmen und plausibilisieren muss.
Bewertungen reagieren auf Annahmen. Schon Veränderungen bei Zinssatz, erwarteten Erträgen, Leerstand oder Verkaufsmultiplikator können den ausgewiesenen Wert deutlich beeinflussen. Deshalb sind Methode und zentrale Parameter ebenso wichtig wie das Endergebnis.
Anleger sollten auf Methodenwechsel, ungewöhnlich stabile Werte trotz veränderter Märkte und zeitlich veraltete Daten achten. Ein anerkanntes Verfahren erhöht die Nachvollziehbarkeit, beseitigt aber nicht jede Schätzunsicherheit.